Wie schmal der Grat zwischen Neugier und Abhängigkeit sein kann, erfuhren rund 200 Schülerinnen und Schüler der Gewerblichen Schule Tauberbischofsheim auf eindrucksvolle Weise. In der Sporthalle gastierte der Weimarer Kulturexpress mit dem packenden Theaterstück „Drogen – von Gras zu Crystal“ und sorgte für gespannte Stille im Publikum.
Organisiert wurde die Veranstaltung von Beratungslehrerin Tanja Werr und der ehemaligen Jugendsozialarbeiterin Meltem Matuschak. Dank der Unterstützung des Inner Wheel Clubs Tauberfranken, vertreten durch deren Präsidentin Carola Müller-Arnold und Karolina Podlech, konnte das wichtige Präventionsprojekt überhaupt möglich gemacht werden.
Das Thema könnte aktueller kaum sein: Immer mehr Jugendliche probieren Cannabis – laut Studien hat bereits jeder zweite in deutschen Städten Erfahrung damit gemacht. Das Einstiegsalter liegt zwischen 14 und 15 Jahren. Doch der Wirkstoff THC kann für das sich noch entwickelnde Gehirn schwerwiegende Folgen haben. Nicht selten ebnet er den Weg zu gefährlicheren Substanzen wie Crystal Meth, einer billigen, leicht verfügbaren Droge mit enormem Abhängigkeitspotenzial.
Das Stück erzählt die Geschichte der beiden Freundinnen Anne und Frieda, gespielt von Laleh Iran Doosti und Anna Luca Nopens, die seit ihrer Kindheit unzertrennlich sind. Frieda steht unter hohem Druck – in der Schule, zu Hause, im Leben. Was mit einem harmlos wirkenden Joint beginnt, entwickelt sich Schritt für Schritt zu einer Abwärtsspirale. Anne versucht, ihre Freundin aufzufangen, doch schließlich verliert Frieda den Kampf gegen die Sucht und stirbt an einer Überdosis.
Die beiden Schauspielerinnen brachten die Geschichte mit großer Ausdruckskraft, klarer Körpersprache und emotionaler Tiefe auf die Bühne. Ihre glaubwürdige Darstellung zog das Publikum in den Bann – viele der Jugendlichen verfolgten das Geschehen sichtlich betroffen und nachdenklich.
Im Anschluss bot eine Diskussionsrunde Raum für Austausch und Fragen: Was führte Frieda in die Abhängigkeit? Wie kann man sich selbst oder anderen helfen? Welche Anzeichen sind ernst zu nehmen – und wo gibt es Unterstützung? Die Schülerinnen und Schüler beteiligten sich rege und diskutierten offen über das Thema Drogen und Verantwortung.
Das Theaterprojekt machte deutlich, wie wichtig Aufklärung und Prävention sind – und dass nachhaltige Sensibilisierung vor allem dort gelingt, wo junge Menschen direkt erreicht werden: in der Schule.
Artikel: Katja Stephan
Fotos: Katharina Werner und Katja Stephan